Tampern

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Verschiedene Handtamper
Tampen im Siebträger
Getamptes La Marzocco 1er-Sieb

Tampen (Tampern) bezeichnet das Andrücken des Kaffeemehls im Brühsieb. Ziel ist ein gleichmäßig hohes und gleichmäßig verdichtetes Kaffeebett im Sieb, damit das durchfließende Wasser beim Bezug das Kaffeemehl möglichst gleichmäßig extrahiert.

Zum Andrücken werden Tamper verwendet. Diese gibt es als Handtamper, als fest angebautes Teil der Mühle sowie einige exotische Ausführungen als Hebeltamper und automatische Geräte.

Die Druckfläche des Tampers kann sowohl plan, als auch konvex (leicht abgerundet), die Kanten sowohl rund, als auch scharf sein. Wie der perfekte Tamper aussieht, richtet sich nach dem persönlichen Vorlieben des Benutzers sowie des eingesetzten Siebes. (Für Eintassensiebe sind auf Grund der Siebform konvexe Tamper in der Regel besser geeignet.)

Die Tamper sollten immer zum Durchmesser des Siebes passen und dieses mit möglichst wenig Toleranz ausfüllen, damit das Kaffeemehl in allen Bereichen gleichmäßig verdichtet wird. Das Wasser sucht sich sonst den Weg des geringsten Widerstandes und der Kaffee wird nicht optimal extrahiert. Gut passend für die meisten Standardsiebe ist oft ein Tamper mit 58,5mm.

Auch zur Höhe des richtigen Druckes, der beim Anpressen ausgeübt werden sollte, gibt es ausgeprägte Diskussionen. Prinzipiell gibt es nicht den richtigen Druck. Er kann je nach Kaffeesorte, Mahlgrad und Art des Siebes vom Benutzer variiert werden um ein optimales Ergebniss zu erhalten, 15kg Anpressdruck werden allgemein empfohlen.

Loses Mahlgut im Siebträger Getamptes und poliertes Kafeemehl
Bildvergleich: Loses Mahlgut im Siebträger ungetampt und nachher getamptes und poliertes Kaffeemehl.

Bei einer E61-Maschine mit gut 25 cm² Fläche herrschen bei 9 bar Wasserdruck ca. 225kg Druck auf die Puckoberfläche.
Von daher wird der initiale Anpressdruck beim Tampen immer wieder kontrovers diskutiert.
Ausschlaggebend für den Durchfluss beim Bezug [g/s] sollte in in erster Linie der richtige Mahlgrad und die Menge des verwendeten Kaffees sein, weniger der Druck beim Tampen.

Wichtig ist, dass das Kaffeemehl bei jedem Bezug möglichst gleich und gerade verdichtet sein soll. Schiefes Tampen begünstigt eine ungleichmäßigen Extraktion.
Da der Zusammenhang zwischen Anpressdruck und Verdichtung des Kaffeemehls nicht linear ist, führt ein kräftiger Tamp zu weniger Differenzen in der Verdichtung des Kaffeebetts.

Dreher:

Am Ende des Anpressens wird der Tamper im Sieb gedreht, dies gibt dem Kaffeemehl noch ein glattes Finish (polieren). Der Einfluss auf den Bezug wird kontrovers diskutiert.