Erfahrungsberichte zur "Carimali UNO"

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Version vom 6. September 2006, 22:33 Uhr von Mark Twain (Diskussion | Beiträge)
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Erfahrungsbericht Marcus

Äußeres:

Eingruppige Gastromaschine mit Edelstahlfront und lackierten Seitenteilen aus Aluminium. Extrem klein für eine Maschine mit 3,5l-Boiler: BxHxT -> 26 x 42 x 50 cm, damit sogar noch schmaler als eine Brasilia America.

Inneres:

- 3,5l-Boiler - 1600W Heizung - Rotationspumpe (eingebaut) - Dosierautomatik - Festwasser (Betrieb am externen Tank möglich) - Ziemlich schwergewichtiger Brühkopf

Wie zu erwarten, alles massiv mit viel Kupfer und Messing. Die Dosierautomatik muss in der Maschine an der "Blackbox" verstellt werden.

Besonderheiten:

Wie schon erwähnt, sind die Seitenteile aus Aluminium. Billiger als Edelstahl dürfte das nicht wirklich sein.

Der Brühkopf wird entgegen der aktuellen Werksangabe in den älteren Modellen nicht thermosyphonisch beheizt, sondern über zwei relativ kleine Kupferplatten, die am Kessel angeschweisst sind. Das funktioniert extrem effektiv. 5 Minuten nach dem Hochheizen (dauert übrigens etwa 15 min) ist der Brühkopf heiss genug für den ersten Schuss. Andererseits sind die Bleche klein genug, dass auf dem Weg zum Brühkopf (und durch den Brühkopf selbst) genug Wärme verlorengeht, so dass der Brühkopf nicht überhitzt.

Der Brühkopf selbst ist, wie schon gesagt, sehr massiv und besteht (lässt man mal die Schrauben für die Dusche und die Dichtungen außer acht) aus grade mal 3 (!) Teilen: Brühkopf, Messingdusche und Verschlussschraube für die "Vorkammer" im hinteren Teil des Kopfes. Einfacher geht's nun wirklich nicht mehr.

Sehr beeindruckend ist die Temperaturkonstanz der Maschine. Auch nach 2stündiger Standzeit ist der Brühkopf nicht überhitzt, nicht einmal das Wasser im Wärmetauscher kocht.

Dampf und Heisswasser erhält man über Kippschalter, d.h. man kann während des Aufschäumens nicht die Hand vom Dampfschalter nehmen. Dazu mehr unter Aufschäumen.

Espresso:

Lässt keine Wünsche offen. Änderungen der Kesseltemperatur um 0,1 bar sind geschmacklich deutlich nachvollziehbar. Dies spricht für die erzielbare Espresso-Qualität.

Aufschäumen:

4-Loch-Düse mit jeder Menge Power. Tipp: 2 Löcher mit Zahnstocherspitzen zumachen. So ist es kein Problem, auch mit kleinen Kannen feinsten Mikroschaum zu produzieren. Allerdings kann man während des Aufschäumens nicht die Hand vom Dampfhebel nehmen, dann würde er ja zurückschnalzen. So bleibt keine Hand mehr frei, um am Kännchen die Temperatur zu fühlen.

Fazit:

Eine extrem kompakte Gastromaschine, die man (wg Kesselbefüllung durch Pumpe) auch am Tank betreiben kann und die einen perfekten Espresso macht. In Anbetracht des Ergebnisses ist der Aufwand auch für einen kleineren Haushalt gerechtfertigt. Dazu gehören auch die Stromkosten; dass ein extremes Hobby nun mal Geld verschlingt, dürfte jedem klar sein. Und im Vergleich zu den Paraglidern oder Modelleisenbahnern ist man mit den paar Euro für Kaffee und Strom sogar richtig billig dran.


Erfahrungsbericht von Wilfried

Ich hatte eine Grippe, und jetzt eine Carimali Uno E.

Anfang Januar erwischte mich die Grippe und ich war über Wochen ans Haus gefesselt. Die Langeweile hatte mich voll im Griff, eine Ermunterung war das Kaffee-Board, jetzt habe ich fast alles gelesen und meine Kentnisse über den geliebten Espresso erweitert. Mit meiner Bazzar A1 war ich an und für sich sehr zufrieden, hatte sie ja auch gerade erst zerlegt, entkalkt, neu gedichtet und eingestellt. Im Hinterkopf gab es aber schon lange den Wunsch nach einer 1 gruppigen kleinen Gastromaschine. Das Lesen der Beiträge im Board ließen den Wunsch immer mehr in den Vordergrund treten. Um es zu verkürzen, ich habe aus einer Gaststätte eine Carimali Uno E, gelabelt von Coffeema, für relativ kleines Geld erstanden. Trotz Fieber und eingepackt wie ein Eskimo auf Robbenjagd fuhr ich in eine Nachbarstadt um den Deal perfekt zu machen und die Maschine ab zu holen. In der Garage stand sie nun, heruntergekommen, verdreckt und ein trauriger Anblick. Der Kommentar meiner Tochter, als ich mit der Maschine nach hause kam ; „Was willst Du den mit dem Schrotthaufen?“ Den Kommentar der Haushaltchefin verkneife ich mir hier. Nachdem ich das Gehäuse der Maschine entfernt hatte, lachte mich Dreck, Kalk, Grünspan und alter Kaffeeschnodder in nie zuvor gesehenen Mengen an. Aber auch verbaute Teile in Dimensionen und Qualität die ich auch nur vom Hörensagen kannte. Die Badewanne wurde mit heißem Wasser und ½ kg Kaffeefettlöser gefüllt und alle großen Teile wanderten über Nacht schon mal da hinein. 1 großer Eimer mit Entkalker, 1 zweiter Eimer mit Fettlöser, Schraubendreher, Maulschlüssel, Messingdrahtbürste und Nylonbürste vervollständigten mein Reinigungsequipment am nächsten Morgen. Frisch ans Werk, dank Grippe hatte ich ja Zeit. Die Digitalkamera dokumentierte den Zustand und vor allem, wo alle Kupferrohre verlegt und angeschlossen waren. Eine E-Mail nach Italien an die Fa. Carimali brachte mir innerhalb von 10 Minuten die gewünschte Explosionszeichnung mit den Artikelnummern der einzelnen Teile. Jetzt kam die übliche 2 Tagesprozedur, ausbauen entkalken, abdichten, rätselraten und wieder einbauen. Nach 2 Tagen und einigen Dichtungen glänzte alles wieder und es gab Zeit die Maschine aus zu probieren. Stecker in die stromführende Dose, Festwasserschlauch in einen mit Wasser gefüllten Eimer, die große Rotationspumpe saugt auch an, – und Power on -. Das Geräusch der Pumpe, die den Kessel auffüllte und das laute Klacken des Sirai Pressostaten ließen mein Herz hüpfen. Die Maschine war sogar dicht und somit reif für den Umzug an Ihren neuen Wirkort, in unsere Küche. Dort hatte ich zwischenzeitlich ein Loch in die Arbeitsplatte gebohrt und den Festwasseranschluss mit zwischengeschalteten Everpure Entkalker vorbereitet. Maschine angeschlossen, Abflussschlauch angebracht und los geht das fröhlich Einstellen. Kesseldruck auf 1,2 Bar und 92° Brühwassertemperatur, das war kein Problem, der Pumpendruck, auch weil das interne Manometer defekt schien, war schon eine härtere Herausforderung. Dank der Hilfe aus dem Board und einem gebastelten STManometer, Baumarkt 3,95 €, 10 Bar wurde auch dies gelöst. Ergebnis 9,2 Bar konstanter Druck im ST. Jetzt kam auch schon Espresso aus dem Maschinchen, noch nicht wie gewohnt, aber durchaus trinkbar. Der Tip aus dem Board, eine o,8 mm Düse einzubauen, über espressoxxl in Bestzeit bekommen, brachte den endgültigen Durchbruch, dabei baute ich das Manometer aus, zerlegt es, justierte den Zeiger auf Null und aus dem „Schätzeisen“ wurde wieder ein Messinstrument. Gleiche Anzeige STManometer und vom Internen. Ha Ha , geht doch. Jetzt ist mein geliebter Espresso dickflüssig, hat eine wunderbare dicke Crema mit „Tigerstreifen“ und ist noch um einiges subtiler im Geschmack als aus der A 1.

Danke an alle die mir geholfen haben.

Fazit: Solltet Ihr eine Grippe bekommen, ...................................................

Viel Spaß beim Nachmachen, es lohnt sich, sagen mittlerweile auch meine Frau und Tochter.

Wilfried