Rancilio Miss Silvia: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 1. September 2010, 19:52 Uhr


Rancilio Miss Silvia
Allgemeines
Modellbezeichnung: Miss Silvia Hersteller: Rancilio
Modellvarianten: keine, aber viele Revisionen
Bauart: Einkreiser Gruppenanzahl: 1
Produktionszeitraum: 1998 bis heute Neupreis [€]: 500
Gebrauchtpreis [€]: 300 (2005er Modell)
Beschreibung
Allgemeine Beschreibung: Robuste Maschine für den Hausgebrauch. Sehr beliebte und gute Einkreismaschine in der Komponenten aus dem Profibereich verbaut sind.
Verarbeitungsqualität: gut
Aufheizzeit: mindestens 15 Minuten, besser 30
Empf. Einsatzbereich: zu Hause
Technische Daten
Leistung [W]: 1100 Stromanschluss [V]: 220
Abmessungen (BxHxT) [mm]: 235x340x290 Gewicht [kg]: 14
Pumpe: elektromagnetische Vibrationspumpe von Ulka, 48W Gehäusematerial: Edelstahl
Kesselvolumen [ℓ]: 0.33 Kesselmaterial: Messing
Expansionsventil: ja (einstellbar) Entlüftungsventil: nein
Magnetventil: ja Automatische Kesselfüllung: ?
Brühgruppentyp: an Kessel angeflanscht Siebträgerdurchmesser [mm]: 62
Siebdurchmesser [mm]: 58
Ausstattung
Dampfdüse: ja (rechts) Heißwasserausgabe: ja
Festwasseranschluss: nein Wassertank [ℓ]: 2.5
Pumpenmanometer: nein Kesselmanometer: nein
Automatische Dosierung: nein


Weitere Bilder und Erfahrungsberichte

Weitere Bilder zur Rancilio Miss Silvia
Erfahrungsberichte zur Rancilio Miss Silvia

Vor- und Nachteile

  • Vorteile:
    • hochwertiges Metallgehäuse
    • sehr solide Verarbeitung
    • hohes Dampfvolumen (für diese Geräteklasse)
    • hochwertiger, massiver Siebträger mit freier Auswahl an Sieben (Gastrostandard)
    • servicefreundlicher Aufbau, dank durchschaubarer Technik leicht selbst zu reparieren
    • sehr gute Ersatzteilversorgung
    • gute Temperaturstabilität während des Bezugs, entsprechend hervorragendes Ergebnis in der Tasse


  • Nachteile:
    • große Hysterese des Brühthermostaten, deshalb ist Temperatursurfen oder Nachrüsting eines PID-Reglers sehr empfehlenswert
    • kleiner Wassertank und kleine Abtropfschale. Insbesondere bei Cappuccino häufiges Nachfüllen / Ausgießen erforderlich
    • Rostgefahr durch Wasseransammlung unter der ungünstig konstruierten Abtropfschale
    • mitgeliefertes Eintassensieb sehr schwierig zu handhaben (im Gegensatz zum mitgelieferten Zweitassensieb).
      Abhilfe: La Marzocco oder Cimbali Eintassensieb erwerben.
    • mitgelieferter Tamper sehr schlecht


Reparatur und Wartungsanleitungen

Unterschiede in den Produktionsserien (Modelljahre)

Teilweise wurden die Maschinen im Laufe der Produktionsjahre vom Hersteller technisch verändert. Sind hier Unterschiede bekannt, bitte hier angeben.

Ab XX/2000: Professionelle Siebträger identisch zu den Siebträgern der Barmaschinen von Rancilio

Ab XX/2002: Kupferheizung anstatt der bisher verwendeten Edelstahlheizung

Ab XX/2005: einstellbares Expansionsventil (zur Veränderung des Brühdrucks)

Ab XX/2006: Neues Abtropfsieb und Verkleidung der Brühgruppe mit Kunststoffblende wirkt täuschend echt wie Chromblende

Ab XX/2009: Neuer Siebträger/Filterhalter mit Rancilio-Symbol, neue Dampflanze (glatter mit 3 Öffnungen) und neuer Drehknopf für Dampf-/Wasserentnahme (schwarz/chrome)

Tips und Modifikationen

Espressozubereitung

  • Anschalten
    • Mindestens 15 Minuten warten, besser 30 bis die Silvia warm geworden ist.
    • Durch einen Leerbezug lässt sich die Aufwärmzeit etwas verkürzen.
  • Wasser vor dem Bezug über Dampflanze ablassen (und damit die Tassen wärmen)
  • mahlen (14 Gramm ins Zweiersieb (lt. Wiki)), tampern (das Kaffeepulver sollte in etwa die Höhe der Rille im Sieb haben), Siebträger einspannen
  • warten, bis Silvia wieder heiß ist und die Leuchte erlischt
  • mit 100°C Thermostat (aktuelle Maschinen haben in der Regel diesen Thermostaten: unverzüglich Bezugstaste drücken.
  • mit 110°C Thermostat: Geräte die vor 2009 produziert wurden, können einen 110°C Thermostat haben. Da ist ein Leerbezug vorgeschrieben, denn sonst brüht man mit heißem Dampf. Siehe Diskussion. Bei Geräten mit einem 110°C Thermostaten drückt man zuerst bei nicht eingespannten Siebträger die Bezugstaste und lässt so lange an, wie das Wasser noch kochend aus der Gruppe austritt. Das erkennt man gut daran, dass es zischt, wenn das Wasser zu heiß ist. Danach spannt man dann den Siebträger ein und startet sofort den Bezug.
  • genießen (Es sollten in 20-30 Sekunden ca. 20-30 ml in jede Tasse geflossen sein, dann stimmt die Durchlaufzeit.)

Herausfinden welcher Brühthermostat verbaut ist

Man wartet bis die Heißleuchte an geht und wartet auch die Heißperiode ab. Wenn das Licht erlischt startet man einen Bezug, ohne Siebträger. Wenn Dampf aus der Brühgruppe austritt und es zischt, dann hat man einen 110°C Thermostaten. Wenn nicht oder nur sehr wenig, dann hat man einen 100°C Thermostaten.

Milch aufschäumen

  • Dampftaste drücken
  • wenn die Leuchte erlischt, Kondenswasser über die Dampflanze ablaufen lassen bis "trockener" Dampf kommt
  • nach dem Artikel im Wiki aufschäumen (dabei beherzt den Dampfknopf aufdrehen)
  • Dampfschalter wieder ausschalten
  • nach dem Schäumen mit feuchtem Lappen die Dampflanze abwischen (je nasser und schneller desto leichter geht die Milch ab)
  • noch einen Dampfstoß um die möglicherweise ins Rohr gelangte Milch auszulüften.

Mehr Dampfpower

Ein Geheimtip für maximale Dampfpower ist, nach dem Umschalten nicht bis zum Erlöschen der Lampe zu warten, sondern den Dampfhahn zunächst sofort für ca. 10 Sekunden zu öffnen, um das Kondenswassser abzulassen. Nach weiteren 30 Sekunden dann mit dem Schäumen beginnen, ohne auf das Lampensignal zu warten. Effekt: Der Dampf hält deutlich länger an, weil die ganze Zeit von der Maschine geheizt wird. Effekt ist der am Anfang zum Ziehen nicht so explosive Dampfdruck der zum Ende hin kontinuierlich stärker wird und dann perfektes Rollen ermöglicht. Wartest Du mit dem Aufheizen bis die Heizlampe ausgeht, hast Du am Anfang tierischen Dampfdruck, der aber sehr schnell nachlässt. Wenn die Rollphase einsetzen sollte, ist er zu niedrig. Wenn die Heizung wieder an geht, ist die Milch schon zu heiß. Probier es mal aus, funktioniert super, ich schäume mit Einkreisern grundsätzlich so. Kürzt ganz nebenbei auch die Wartezeit bis zum Schäumen ab.

Entlüften (Dampf ablassen) nach dem Aufschäumen

Sollte nach jedem Dampfbezug gemacht werden, weil sonst das Heizelement nicht komplett im Wasser liegt. Ausserdem wird so die für Kaffee zu hohe Temperatur wieder reduziert.

Vorgehen

  1. Sobald kein Dampf mehr benötigt wird, sofort Dampfschalter wieder ausschalten.
  2. Gefäss unter die Dampflanze stellen. Heisswasserschalter ein und Dampfhahn öffnen. Eventuell ein Tuch über das Gefäss legen damit es nicht spritzt. Laufen lassen bis kein Dampf mehr, sondern ein Wasserstrahl herauskommt (ist gut zu hören).
  3. Dampfhahn zudrehen und Heisswasserschalter ausschalten.

Hinweis: Den Dampf über die Brühgruppe abzulassen ist nicht so günstig - die Brühgruppe wird eventuell zu heiss für den nächsten Kaffee und falls sich irgendwie Luft im Boiler angesammelt hat (zum Beispiel über den Ansaugschlauch im Wassertank) kommt sie auf diesem Weg konstruktionsbedingt nicht raus.

Temperatursurfen

Immer wieder taucht im Zusammenhang mit der Silvia der Begriff Temperatursurfen auf. Die Temperatur ist bei der Silvia nicht stabil. Je nach dem ob man gerade aufheizt, Espresso bezogen hat, der Boiler etwas abkühlt ist das "Brühwasser" etwas heisser oder kälter. Da die Silvia auch keine Temperaturanzeige hat, weiß man eigentlich nie genau mit welcher Temperatur man nun den Espresso bezieht. Man behilft sich damit, in dem man zu festen Zeiten (direkt nach dem Aufheizen, wenn das Licht ausgeht z. B. ) die Bezüge startet um so immer mit der gleichen Temperatur (ideal 95 - 96 Grad) den Espresso zu erhalten. Möchte man sich diese Mühe nicht machen und wünscht sich eine temperaturstabile Silvia so muss man einen PID Regler nachrüsten.

Als praktikabel hat sich erwiesen, mit dem Wasser eines Leerbezuges die Tassen zu wärmen und so einen Heizvorgang zu provozieren. Die Zeit der Aufheizphase kann genutzt werden, um den Siebträger zu befüllen. Nach Abschalten der Lampe kann man noch gut 20 Sekunden warten - dann ist die höchste Temperatur erreicht und der Bezug kann beginnen. So sind immer wieder reproduzierbare Temperaturen möglich.

Brühdruckmanometer, Preinfusion

Weblinks